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Google mit Schokoriegeln gegen Heterogenität

Feb 19, 14 • AllgemeinNo CommentsRead More »

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Android ist überall und doch nirgendwo. Googles Betriebssystem hat inzwischen eine Verbreitung erfahren, von der Microsoft selbst zu den besten Zeiten von Windows nur träumen konnte. Im September 2013 wurde die unglaubliche Marke von einer Milliarde aktivierter Android-Geräte überschritten (https://plus.google.com/+VicGundotra/posts/8CVJ79nPQwN). Android macht damit 81% des Smartphone-Markts aus (http://www.zdnet.de/88175756/smartphonemarkt-android-erreicht-81-prozent/).

Auf den ersten Blick scheint Android also die Vorherrschaft längst übernommen zu haben. Wäre da nicht ein großes „Aber“. Denn die Fragmentierung der Android-Landschaft ist weiterhin immens. Lediglich 1,1% der aktiven Android-Geräte haben bereits die neueste Version 4.4 alias KitKat im Einsatz (http://developer.android.com/about/dashboards/index.html).

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Abbildung: Verteilung der Android-Versionen im November 2013

Google löst zwar augenscheinlich immer mehr Funktionalitäten aus dem eigentlichen OS-Kern heraus und aktualisiert diese separat über den Play-Store, dennoch müssen weiterhin viele Versionen unterstützt werden (http://www.androidnext.de/schwerpunkt/android-fragmentierung-jammern/). Auffällig ist dabei die hohe Verbreitung von Version 2.3 alias Gingerbread, welche 2010 veröffentlicht wurde. Durch den Open-Source-Gedanken des Betriebssystems ist es jedem Gerätehersteller und Mobilfunk-Anbieter erlaubt, eigene Anpassungen an der Software vorzunehmen. Dadurch sind Geräte abseits der Google-eigenen Nexus-Reihe schon am Tag ihrer Veröffentlichung bereits de facto veraltet. Auch die Google-Telefone selbst ereilt oft das gleiche Schicksal und werden eher früher als später Support-seitig nicht mehr unterstützt (https://support.google.com/nexus/answer/3468085). Selbst aktuelle Top-Geräte wie die Galaxy-Reihe von Samsung warten nach drei Monaten immer noch auf das Versionsupdate 4.4 (http://www.netzwelt.de/news/115271-galaxy-s4-update-android-4-4-kit-kat-kurz-release.html). Da die Hersteller aber in der Regel nur mit der Hardware Geld verdienen, ist deren Interesse Updates zu fahren eher gering. In erster Linie entstehen für sie dadurch Kosten und ihre Kunden fordern weitere Anpassungen und Detailverbesserungen, die den jeweiligen Hersteller von der Konkurrenz abheben.

Mit verringerten Hardware-Anforderungen der Version 4.4 versucht Google zwar Updates auch für ältere Geräte zu ermöglichen, dies beseitigt aber nicht die Abhängigkeit von den Hardware-Herstellern. Um die Hersteller zu „ködern“, wäre eine Möglichkeit, sie beispielsweise an den Play-Store-Umsätzen zu beteiligen und so Anreize zu schaffen, neue Android-Versionen für ihre Geräte freizugeben. Diese Umsatz-Beteiligung könnte auf Geräte mit der neuesten Android-Version beschränkt werden.

Generell ist die Entschlackungskur für Android angebracht und notwendig, da es selbst auf High-End-Geräten noch zu „Rucklern“ und Verzögerungen kommt. Die Performanceprobleme sind hier vor allem in den verwendeten Programmiersprachen begründet (http://sealedabstract.com/rants/why-mobile-web-apps-are-slow/).

Unabhängig solcher Problemstellungen gibt es interessante Ansätze, Android-Telefone als Laptop-Ersatz zu etablieren (http://www.techradar.com/news/phone-and-communications/mobile-phones/google-nexus-5-android-4-4-kit-kat-what-they-mean-for-business-1195755). Leider  wird dieser Ansatz aufgrund des Nischendaseins von Android-Tabletten getrübt. Die fehlende Marktdurchdringung ist direkt mit der App-Landschaft verwoben. Gibt es doch nur wenige Android-Apps, die für eine Displaygröße jenseits der Fünf-Zoll-Marke angepasst sind.

Mit dem Kauf von Quickoffice und der anschließenden Integration in die bestehenden Google-Dienste hat Google einen weiteren Schritt getan, um Android für Geschäftskunden attraktiver zu machen (http://www.computerbase.de/news/2013-09/google-quickoffice-fuer-android-und-ios-jetzt-kostenlos/). Im Punkt, Geschäftskunden stärker in den Fokus zu rücken, darin sind sich die beiden Marktgrößen Apple und Google anscheinend einig (http://de.blog.cubeware.com/apple-geht-auf-unternehmen-zu/).

Problematisch bei Google ist die immer weiter fortschreitende Integration von GooglePlus in die verschiedenen Anwendungen. So sind in den Google-eigenen Applikationen bereits tiefgreifende Implementierungen von GooglePlus vorgenommen worden. Hier könnte die alternative Android-Distribution von Cyanogen-Mod ein neues Geschäftsfeld eröffnet haben, indem unabhängig von Google und den Hardware-Herstellern agiert und einen Fokus auf Datenschutz gelegt wird (http://www.heise.de/newsticker/meldung/CyanogenMod-ist-jetzt-eine-Firma-1960895.html). Hier könnte eine ernstzunehmende Alternative für Firmenkunden entstehen und einen wunden Punkt bei den Betriebssystemherstellern treffen.


Autor: Christoph Hein, Produktmarketing

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